Gründe für Tempo 30 

 


Die Zeit für die Einführung von Tempo 30 in Rupperswil ist gekommen!



Seit der letzten Abstimmung in Rupperswil hat sich einiges geändert. Die Bevölkerung ist in den letzten 6 Jahren um fast 20% (19.4%) auf 5'491 Einwohner gewachsen. In derselben Zeit ist das Wachstum im kantonalen Schnitt bei nur 9%. 


Gleichzeitig hat auch der Verkehr auf den Rupperswiler Strassen massiv zugenommen. Per 31.12.2018 waren in Rupperswil rund 3'400 Fahrzeuge eingelöst. Dies entspricht einer Zunahme von rund 17% innerhalb von 6 Jahren. 


Auch die Unterstützung des Gemeinderates (gemäss Antrag Gemeind vom 07.06.2019) zeigt, dass sich die Zeiten geändert haben. 


Auch jetzt sind – wie schon bei der letzten Abstimmung - viele Argumente gegen Tempo 30 wieder aufgekommen und bereits hitzig diskutiert worden, aber:


Wenn man die Kosten in Relation setzt, sind diese zwar nicht unerheblich, die Konsequenzen einer Ablehnung wären jedoch massiv höher:


Neben der bereits an der letzten Gemeindeversammlung identifizierten «Schweizistrasse», welche mit den verkehrsberuhigenden Massnahmen auf CHF 68'000.00 kommen würde, gibt es einige andere Strassen wie die Käterli - , Aare - , und Lenzhardstrasse, Matten/Amselweg und Lottenweg, die ebenfalls auf eine Verkehrsberuhigung hoffen. Wenn hier die Forderungen der Anwohner im gleichen Ausmass folgen, werden die Gesamtkosten schnell auf über CHF 300'000.00 steigen.






Werden wir mit der Einführung von Tempo 30 wirklich über alle Massen bevormundet? Wäre ein Appell an die Eigenverantwortung der Einwohner nicht sinnvoller?


Gute Frage. War die Einführung von Tempo 50 im Jahr 1984 wirklich so schlimm? Wir haben uns alle daran gewöhnt. Sogar Aussagen der Polizei belegen, dass sich alle schnell an die neue Verkehrssituation gewöhnen und es nach der Einführungsphase kaum mehr zu Überschreitungen kommt.  Die Einführung von Tempo 30 in anderen Gemeinden und Städten scheint auch für die Rupperswiler Bevölkerung keine Probleme zu verursachen. Oder meiden Sie wirklich ganze Regionen, nur weil man da nicht mit Tempo 50 fahren könnte? 


Wir gehen nicht davon aus. Wir sind der Meinung, dass die Freiheit des Einzelnen mit höheren Geschwindigkeiten zu fahren dort aufhört, wo die Einschränkung des Anderen durch grössere Gefahr beginnt. Das Argument des Zeitverlustes kann man ebenfalls nicht gelten lassen. Gemäss Untersuchungsbericht beträgt die Durchfahrt von Ost bis West des Dorfes, im Vergleich zu Tempo 50, 38 Sekunden mehr. Das kann nicht wirklich ein Problem sein. Ohne den Teufel an die Wand zu malen – ein Zeitverlust durch einen Unfall wäre massiv höher. Die vergangenen Jahre haben auch gemäss Untersuchungsbericht klar aufgezeigt, dass der Appell an die Eigenverantwortung anscheinend nicht ausreichend ist. Die Unfallstatistik des Berichtes spricht hier klare Worte. 17 Unfälle zwischen 2013 und 2018 (Fussgänger, Radfahrer, etc.).

 


In Rupperswil gehen die Kinder mit 4 Jahren in den Kindergarten 


Entwicklungspsychologisch gesehen kann man von Kindern ab 8 Jahren erwarten, dass sie den Strassenverkehr soweit einschätzen können, dass sie sich selbständig und sicher darin bewegen können. Bei uns gehen die Kinder aber bereits ab 4 Jahren in den Kindergarten. Dann sind die Kinder vielleicht 1 Meter gross. Das ist knapp höher, als eine durchschnittliche Motorhaube. Die Kinder sind alleine auf 50er-Strassen unterwegs, in den meisten Fällen ohne Trottoir. Die Sicherheit auf dem Kindergarten und Schulweg ist Sache der Eltern, das ist auch richtig so. Aber dann haben die Eltern auch das Recht und sogar die Pflicht, von der Dorfgemeinschaft Massnahmen zu verlangen, dass diese Wege sicherer werden. Sonst sehen viele als einzige Möglichkeit das Elterntaxi. Und das ist nicht im Sinne von uns allen.


Bei einer Reduktion von Tempo 50 auf Tempo 30 wird der Bremsweg halbiert. Das Risiko, als Fussgänger bei einem Unfall zu sterben sinkt drastisch von 70% auf 10%. Dies vor allem, weil das Verletzungsmuster verlagert wird von Kopf/Brust/Wirbelsäule/Becken bei Tempo 50 auf Arme und Beine bei Tempo 30, was in der Regel schneller und folgenloser abheilt.



https://www.verkehrsclub.ch/ratgeber/strassen-fuer-alle/tempo-30/



Liebe Robischwiler! Führen wir endlich diese Sicherheitsmassnahme ein, damit das Leben von uns allen sicherer wird. Und dies bevor etwas Schlimmes passiert, weil für irgendjemanden ist es dann zu spät.